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Ai Weiwei fehlt

Where is Ai Weiwei

Auf dem Galerierundgang in Berlin zeigt die Galerie neugerriemschneider Arbeiten von Ai Weiwei, dem chinesischen Künstler, der von seiner Regierung am 3. April diesen Jahres am Flughafen verhaftet und dann verschleppt wurde. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen von Ai Weiwei.

Ai Weiwei 30. April - 4. Juni 2011 neugerriemschneider, Berlin

Ausstellungsansicht: Ai Weiwei
30. April - 4. Juni 2011 neugerriemschneider, Berlin
© Ai Weiwei, courtesy of neugerriemschneider, Berlin
Foto: Jens Ziehe

„Tree“ Treibholz aus Totholz wächst zusammengehalten durch metallene Mutter&Schraube gen Galeriehimmel. Im Geäst hausen Gestalten. „Rock“ Ganz fertig durchglasierte Porzellanfelsen bilden das birgige Gelände, aus dem das Holz stammt, den Bergregionen im Süden Chinas.

Nachdem der chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo vergangenes Jahr vom Staat seiner Freiheit beraubt und mundtot gemacht wurde, fährt China in der gleichen Manier fort. Statt seiner Pflicht Genüge zu tun, und die Bürger zu schützen, bedroht und zerstört der Staat die Menschen. Da Ai Weiwei und Liu Xiaobo weltweit prominente Künstler und Bürgerrechtler sind, möchte man sich nicht ausmalen, wieviele weniger bekannte Menschen Chinas Administration gerade verschwinden läßt.

Im Galeriehof

In Berlin wurde Ai Weiwei inzwischen an die Akademie der Künste berufen, und eine Berliner Petition fordert Freiheit für Ai Weiwei.

Den Menschen in den Zwingen staatlichen Handelns konnte man auch in der Galerie KOW Berlin, in der Brunnenstraße leibhaftig erleben.

Arbeiten von Santiago Sierra

Ausstellungsansicht KOW BERLIN, 2011. Links: Santiago Sierra, Audience Lit by a Petrol Operated Generator, 2008; rechts: Veteran Standing in the Corner, 2011

Die Galerieräume sind über mehrere Ebenen luftig mit der Straßen- und Hofebene verschachtelt; ein Aufzug öffnet sich zur einen Seite in schwindelnder Höhe. Die Besucher lachen verwirrt. Eine Konfrontation mit Realität.

Was veranlaßte den Mann zum In-der-Ecke-stehen, die Scheinwerfer grell auf uns Betrachter gerichtet? Ein Veteran mit Schuldkomplexen stehe hier für üblichen geringen Lohn, schreibt die Galerie. – Der Künstler Santiago Sierra ließ auch zum festgesetzten Zeitpunkt ein vorher im Hof errichtetes, überdimensionales „T“ aus Styropor, im Rahmen der weltweit verstreut stattfindenden Aktion „Destroyed Word“, durch Arbeiter mit Kettensägen zerstören.

Ein T

Santiago Sierra, Destroyed Word (Destruction of the Berlin T), Aktion bei KOW BERLIN, 2011

Ein Angriff auf die Sprache? Sprache am Ende? Nach erfolgreicher Zersägung des „T“ applaudierte das Publikum verhalten und stapfte wenig später durch das Eismeer davon.

Destroyed Word

und ab

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